Georg Seeberger
Träger des 3. Schusterordens 2001

 

Ein dreifach kräftiges Helau liebe Närrinnen und Narhallesen!

Karnevalsorden ausgezeichnet werden soll. Und warum gerade ich hier stehe. das werden Sie spätestens in 7 Minuten und 7 Sekunden wissen. denn so lange dauert meine Redezeit. Es geht um ein Mitglied des Vereins. das zu den Urgesteinen gehört und das heute Abend geehrt werden soll.

Es ist ein echter Einheimischer, aber kein waschechter Herziaurier. es ist der erste Flüchtling, der Herzogenaurach jemals erreicht hat, angeblich hat er 1954 sein Brot noch mit Brotmarken in der Stadt gekauft, schenkt man KCH-Kassier Gerd Bitter Glauben, er war also für ihn der erste Flüchtling, noch bevor die grosse Karawane der Sudetendeutschen und Schlesier Franken erobert hat.

Er, der mit der höchsten Auszeichnung geschmückt werden soll, die der KCH überhaupt zu vergeben hat, mit dem Schuster-Orden, ist im Januar 1965 in den Verein eingetreten, ein echter FCler wie die meisten Gründungsmitglieder des KCH und er war im Verein bisher Mädchen für alles.

Als Hausmeisterin vom Rathaus ist er in die Bütt‘ gestiegen. der Elferrat ist ohne seine Beteiligung undenkbar gewesen, ohne seine Kontakte hätten die engen Beziehung zu anderen Faschingsgesellschaften nicht geknüpft werden können.

Meine Damen und Herren. mir ist die hohe Ehre zuteil geworden. Ihnen die Persönlichkeit vorzustellen, die heute Abend mit dem höchsten Herzogenauracher

Ohne ihn wäre das erste KCH-Heim in der Carl-Platz-Schule nicht zustande gekommen, er sorgt seit Jahren dafür, dass die Dekoration im Vereinshaus passt und dass das Bühnenbild den Vorstellungen entspricht, er ist Standardenträger und ein beliebter Gesellschafter, der im jetzigen Heim ein gern gesehener Gast ist.

Der Träger unseres Schuster-Ordens ist unser

Georg Seeberger, der Schmellen-Gerch.

Liebe Närrinnen und Narhallesen. unser neuer Ordensträger ist der Dritte, der, nach Georg Walz und Maria-Elisabeth Schaeffler, mit der höchsten Auszeichnung des Vereins geschmückt wird.

Lieber Gerch. Du bist eine Person. die es geschafft hat, in Herzogenaurach in Deinem erlernten Beruf als Zimmermann Akzente zu setzen, dank Deiner Hilfe haben die Firmen Puma und Weiler überlebt und geblüht, und Du hast 16 Jahre lang nicht nur Tausende von Schülern, zahlreiche Lehrer und Schulleiter ertrage,. sondern auch überlebt, und das spricht für Dich. Es muss, um im Fränkischen zu bleiben. „schon a Ausgepichter sei, der doo durchkummt!‘ Lieber Gerch, Du hast Dein Metier. Du hast Schüler. Eltern und Lehrer beherrscht. Du selbst bist nie beherrscht worden, sieht man von Deiner Ehefrau Lina und den bei Töchtern Sigi und Claudia ah, die aber ebenfalls ohne den KCH nicht leben können.

Du bist eben ein echter Steinbock. Du gleichst deinem Wappentier in jeder Beziehung: ein gewaltiger Kletterer, trotz Eis und Schnee, der immer und überall sein Futter findet, und sei es im KCH- Heim oder im Pferdestall hier im Saal. Das hast Du Zeit Lebens und vor allem heim KCH bewiesen.

Meine Damen, mein Herren, liebe Närrinnen und Narhallesen. ich bin Ihnen abschliessend noch eine Erklärung schuldig:

Ich habe Ihnen unseren Ordensträger vorhin unter seinem Spitznamen vorgestellt. Bei den vielen Seebergers wäre es ja langweilig nur Georg zu heissen. 

Unser Geehrter ist und bleibt in Herzogenaurach der “Schmellen-Gerch.“

Nun, nicht einmal alle Franken verstehen den Namen oder den Begriff ‘Schmellen‘. Letzteres sind dünne Gräser, ja fast schon Unkraut, was so am Wegrand oder am Acker- bzw. Wiesenrand wächst. Woher aber sein Spitzname?

Nun, ich darf s verraten: Unser Gerch war schon immer ein fixes Kerlchen. In seiner Jugend gab es noch die berühmten Häuschen mit dem Herzen, draussen nahe beim Misthaufen. In ein solches Häuschen hat ein böser Junge den kleinen Gerch einmal eingesperrt, den Riegel von aussen vorgeschoben, während unser Gerch drinnen seine Arien sang. Dieser, nicht dumm, hat jedoch mit einem Gänsekiel das Häuschen entriegelt, gelangte auf diese Weise an die frische Luft und in die Freiheit, während arglistige Neider ihm unterstellten, er hätte sich nur dank einiger Schmellen, also dank dürrer Gräser, aus seiner misslichen Lage befreien können.

Lieber Gerch. ausser Deinem Schuster- Orden vom Sitzungs-Präsidenten erhälst Du von mir daher einen Strauss vergoldeter Schmellen. auf dass Deine Enkel und Urenkel sich immer an ihren berühmten Opa und Uropa und an seinen Namen erinnern mögen‘ den “Schmellen Gerch“, den Träger des Schusterordens 2001.

Herzlichen Glückwunsch und URAHA-Helau!

Herzlichst

Dein Klaus-Peter Gäbelein